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DAS FACHMAGAZIN FÜR FORSTTECHNIK UND HOLZTRANSPORT Mittwoch, 18.07.2018
MEDIADATEN

Mit 238 PS: Der WF trac 4x4 der Firma Werner bei einer Vorführung.Geschäftsführung beantragt Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

Am 15. Juni hat die Geschäftsführung der Werner Forst- und Industrietechnik GmbH die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Ziel ist, einen Sanierungsplan zu erstellen, der den Fortbestand des 113 Jahre alten Unternehmens sichert. Während sich die Forstspezialfahrzeuge von Werner am Markt gut behaupten, trugen vor allem Probleme im Industriebereich zu Umsatzrückgängen bei.

 

Das Traditionsunternehmen Werner ist als Hersteller von Forstspezialmaschinen wie dem WF trac 8x8 erfolgreich am Markt und deckt mit seinen Produkten sämtliche Verfahren der Holzernte und -manipulation ab. Mit 80 Mitarbeitern entwickelt und fertigt Werner Spezialfahrzeuge, Geräte, Seilwinden und Kranaufbauten für die Industrie sowie die Forst-, Energie- und Bauwirtschaft. Die eigenproduzierten Forstmaschinen erwirtschaften eine stabile Hälfte des Umsatzes. Rund 60 Prozent aller hergestellten Fahrzeuge und Aufbauten liefert Werner mittlerweile ins Ausland.

Im Industriebereich fertigt Werner 90 Prozent der Aufbauten für Mercedes-Unimog-Fahrgestelle. Nach der Einführung der Abgasnorm Euro 6 und der Neuauflage von Sonderfahrzeugen im Rahmen dieser erweiterten Euro-Norm ließen sich seit Anfang des Jahres 2014 wichtige Werner-Ausstattungsmerkmale nicht mehr umsetzen. Dazu trugen auch fehlende Zuliefererteile bei, so daß wichtige Kunden bereits seit dem vergangenen Jahr nicht mehr beliefert werden konnten. Das führte zum Verlust von Umsätzen und Liquidität, erklärte Geschäftsführer Harry Thiele: „Pro Fahrzeug sind rund 2.500 Teile nötig; es muß nur das Lenkrad fehlen, dann zahlt niemand.“ Der Forstbereich entwickelte sich laut Harry Thiele im Jahr 2014 gut, konnte den Einbruch im Sonderfahrzeugbau allerdings nicht kompensieren.

Garantieleistungen und Service bleiben erhalten

„Es sieht gut aus, im zweiten Halbjahr 2015 in dieser schwierigen Sparte wieder aufzuholen“, erklärt Geschäftsführer Thiele. Eine Wirtschaftsberatungsgesellschaft führte bereits positive Investorengespräche, um langfristig den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Die Auftragslage soll sehr gut sein: „Aufträge von über 3,8 Millionen Euro liegen vor uns,“ begründet Thiele seine Zuversicht. Für Kunden bleiben die Lieferungen von Ersatzteilen und Garantieleistungen gewährleistet.

Weltneuheit vor der Patentreife

Eine Weltneuheit steht laut Pressemitteilung des Unternehmens nach drei Jahren Entwicklungszeit kurz vor dem ersten Einsatz. Mobik ist ein mobiles Kanalinspektionsgerät mit einer einzigartigen Windentechnik. Der erste Testlauf findet im Juli in Essen mit Experten aus ganz Europa statt. Auch deshalb sieht die Werner-Geschäftsführung beste Chancen, Investoren von der Zukunftsfähigkeit des Traditionsunternehmens zu überzeugen. Der Standort Trier und die Arbeitsplätze aller 80 Mitarbeiter sollen erhalten bleiben.

113 Jahre erfolgreiche Firmenentwicklung

Die Werner-Unternehmensgründung liegt mehr als ein Jahrhundert zurück. Bereits in den 1920er Jahren entwickelte Johann Werner erste Seilwinden, um die Arbeit in steilen Weinbergen und in der Landwirtschaft zu erleichtern. Ende der 1950er Jahre begann das Unternehmen, den Unimog von Mercedes-Benz für die Land- und Forstwirtschaft umzurüsten. Werner entwickelte ganze Geräteprogramme, die als An- und Aufbauten auf die Fahrzeuge gebaut wurden. Ab Mitte der 1970er Jahre baute Werner den Daimler MB Trac zur Forstspezialmaschine um und lieferte bis zu 150 Fahrzeuge jährlich aus. Als Daimler Anfang der 1990er Jahre die Produktion des MB Tracs einstellte, wurde die Firma Werner selbst zum Fahrzeughersteller und entwicklte den Werner-Forst-Trac sowie Forstspezialmaschinen, die einen ganzen Maschinenfuhrpark ersetzen sollen. „Wir liefern je nach Bedarf den Maßanzug“, erklärt Thiele, „also passende Systemlösungen für Energiewirtschaft, Industrie, Straßenbau, Land- und Forstwirtschaft, für Behörden, Kommunen und Betriebe, Technisches Hilfswerk und Feuerwehr“.
Harry Thiele stieg im Jahr 2006 als Gesellschafter und Geschäftsführer in die Firma ein. Seit dem Jahr 2011 ist sein Sohn Maximilian Thiele bei Werner im Vertrieb und Marketing tätig. Er gehört zur Unternehmensführung, die jetzt die Firma Werner konsolidieren und auf Zukunftskurs halten will. Die Planinsolvenz kann jederzeit beendet werden, sobald durch einen Investor die Liquidität gesichert ist. Die wichtigste Aufgabe ist laut Harry Thiele jetzt, das Vertrauen von Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten zu behalten.

www.werner-trier.com



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